Man muss schon sagen, die Videoüberwachung in der Münchner S-Bahn ist ein voller Erfolg. In der Pressemitteilung (bei der Bahn selbst habe ich diese Mitteilung nicht mehr gefunden) vom 23. Juli 2008 heisst es:
Wir erwarten, dass die Videoüberwachung von Straftaten abhält und die Schäden zurückgehen.
Gut, der tödliche Überfall hat sich letztendlich auf dem Bahnhof Solln ereignet und nicht im Zug. Aber auch das, was dieser Wahnsinnstat vorausging, nämlich die Pöbeleien der Täter gegen andere Jugendliche, in die sich Dominik B. schlichtend eingemischt hatte, wurde durch die Videoüberwachung nicht verhindert.
Und ich frage so allen Ernstes: was soll noch mehr Videoüberwachung bringen, Frau Merk? Das würde nur dann etwas bringen, wenn jede Kamera jederzeit im Auge eines Kontrolleurs ist. Eine nachträgliche Auswertung bei Bedarf, wie es bei den Überwachungsvideos der S-Bahn passiert, verhindert keine Straftat, rettet kein Leben. Sie hilft vielleicht bei der Aufklärung, aber auch das ist nicht sichergestellt. Dann stellt sich die Frage, ob diese lückenlose Überwachung überhaupt wünschenswert ist – wie stehen denn die Sicherheitspolitiker zu dem
Vorfall in Berlin, wo mutmasslich Polizisten vor den Augen einer privaten Videokamara über die Strenge geschlagen haben? Ist diese Form der Videoüberwachung dann auch erwünscht? Oder sollen nur polizei- und geheimdienstkontrollierte Kameras zugelassen werden?
Update: Das kommt ja wie bestellt.