Der Urlaub ist schon wieder zu Ende. Gestern sind wir wieder von Kunming nach Xianyang zurück geflogen und haben unsere vielen Mitbringsel (wer sagte da gleich nochmal “Der kleine Koffer reicht”?) unters Volk gebracht.
In Yunan haben wir uns richtig ausgetobt: erst einen Tag in Kunming, auf dem Xi Shan und am Dian Chi etwas rumgelaufen. Abends gings dann mit dem Nachtzug nach Dali, einer Stadt, die China sehr viel gutes bringt: die Dahlien kommen aus Dali, und das chinesische Wort für Marmor (
大理石, dalishi) ist nicht umsonst von der Stadt Dali abgeleitet. Einen Tag Sightseeing in Dali, den Drei-Pagoden-Tempel, die alte Stadt und eine Schifffahrt auf dem Erhai-See. Natürlich zwischendurch immer wieder in irgendeinen Laden für Marmor, Silberschmuck und sowas – es scheint, als wäre die entsprechende Provision der Händler fürs Reiseunternehmen schon mit in den Reisepreis einkalkuliert. Nach ner Nacht im Hotel gings dann am nächsten Morgen per Bus nach Lijiang weiter, 200 km, um 7 gings los, um 2 waren wir dort, wir haben auch nur in zwei oder drei Läden unterwegs Pause gemacht.
In Lijiang haben wir uns dann einen Rundgang durch die Altstadt gegeben, einfach nur herrlich, diese Stadt. Ein schöner Park mit einigen Tempeln drin, der Quelle des 7angzi, der in Shanghai ins Meer mündet. Auf dem Weg vom Park in die Altstadt haben wir dann noch eines der traditionellen Häuser besichtigt, mit einer kleinen Tee-Kostprobe, die auch gar nicht zum Kaufen animieren sollte. Am Abend hat sich dann die Gruppe sehr schnell aufgelöst, es war uns frei gestellt ob wir selbst essen gehen oder die Gruppenkost haben wollen – alle haben sich für Selbstverpflegung entschieden. Am nächsten Morgen dann noch eine Besichtigung in einem Minderheitendorf (Dandan wird mich jetzt schlagen, aber ich hab den Namen vergessen, aber es waren zu viele Minderheiten ….) und in einem tibetischen Gebäude – das irgendwann mal von nem reichen Tibeter in Lijiang gebaut wurde, der sihc hier niedergelassen hatte. Und drinnen dann ne kostenlose Gesundheitsberatung von einem angesehen buddhistischen Mönch. Erstaunlich, was der Mann alles aus meiner Hand lesen konnte.
Anschliessend gings dann wieder mit dem Bus zurück nach Dali und nach zwei, drei Zwischenstationen, die zum einkaufen einladen sollten in Dali mit dem Nachtzug wieder nach Kunming. Apropos Nachtzug. Das ist ne genial guter Service der chinesischen Eisenbahn. Du steigst abends in den Zug und fährt direkt zu deinem Ziel. Stressfreier Reisen kann man denke ich nicht. Es gibt jeweils Abteile mit vier Betten (zwei oben, zwei unten), im Zug ists recht ruhig, da kann man dann auch recht entspannt schlafen. Auf jeden Fall besser als in nem Liegewagen der deutschen Bahn.
In Kunming haben wir uns dann noch für einen Besuch des Steinwalds entschieden, einer Karstlandschaft. Wahnsinn, wie schön die Natur Landschaften gestalten kann. Da kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Am Beispiel dieses Ausflugs sieht man dann auch mal, wie sehr das Geld aus den Provisionen für die Touristen in den Geschäften eingeplant sein muss: nach unserem Reiseführer kostet der Eintritt in den Steinwald 140 Yuan. Wir haben für den ganzen Tag (rund 200 km Busfahrt, Mittagessen und Eintritt) auch nur 140 Yuan (plus 40 Yuan Ausländeraufschlag für mich, warum auch immer) bezahlt. Dementsprechend ist auch der Einsatz, wenns beim Kauf zu Problemen kommt: wir wollten für Selina eine Silberschüssel kaufen, und weil die Reisekasse schon ziemlich zusammengeschmolzen war, wollte ich mit Kreditkarte zahlen. Das klappte bei den ersten Versuchen nicht, die bekamen gar keine Antwort von der Authorisierungstelle. Und so hat die Reiseleiterin angeboten, uns das Geld erst mal auszulegen (wohlgemerkt, ein Betrag, den ich als Deutscher schon nicht einfach so jemandem leihen würde, und schon gar keinem den ich erst ein paar Stunden kenne) und in Kunming könnten wir dann Abends ne Bank suchen wo ich mir mit der Karte dann Geld holen hätte können. War aber dann doch nicht nötig, beim vierten Versuch hats geklappt.
Fotos gibts in den nächsten Tagen mal. Der Upload ist etwas langwierig hier.