Ich weiss noch nicht ob mir der Straßenverkehr in China besser oder schlechter gefällt als in Deutschland. Viele chinesische Ampeln zeigen z.B. an wie lange man noch grün oder rot hat, das ist sehr gut.
Andererseits herscht hier selbst für einen den deutschen Großstadtverkehr gewohnten Autofahrer die reinste Anarchie: Das Konzept Zebrastreifen ist scheinbar weder den Fussgängern noch den den Autofahrern wirklich bekannt und die einen laufen selbst im dichtesten Verkehr überall über die Strasse und die anderen scheren sich nen Dreck drum, wenn da Leute auf dem Zebrastreifen stehen und noch zwei Spuren weiter wollen.
Oder rechtzeitiges einordnen zum Abbiegen. Wieso denn? Dann steht man auf ner dreispurigen Straße zwischen der zweiten und dritten Spur und will links abbiegen. Der nachfolgende Verkehr weicht links und rechts aus (wenn da noch Platz ist) und hupt, und wenn der Abbiegende ne Lücke gesehen hat, dann tastet er sich eben weiter nach links rüber. Noch mehr Gehupe, aber die anderen Autofahren machen da dann doch sehr freundlich Platz. Das ist der angenehme Teil: die anderen Verkehrsteilnehmer sind doch sehr rücksichtsvoll, man fährt eben doch vorrausschauend, macht Platz, wenn Platz da ist, damit jemand einfädeln oder abbiegen kann, Fußgänger schnell über die Straße springen usw.
Natürlich erfordert das auch sehr viel Konzentration, wenn man die doch recht starren Regeln im deutschen Verkehr gewohnt ist (wo man z.B. nicht damit rechnen kann, dass auf der Autobahn jemand von der zweiten auf die freie dritte Spur wechselt, wenn man selbst von der ersten auf die zweite wechseln will um nen deutlich langsameren LKW zu überholen). Aber man kommt hier sehr gut voran. Auch wenn alles verstopft ist.